Holzbau: Aufbau Elemente und spannende Zahlen

Die Wand zwischen Küche und Zimmer der Wohnung 306 im Anflug.

1027 einzelne Elemente hat der Holzbauer in seinen Werkhallen zusammengebaut und bringt diese in 78 Lastwagenladungen auf die Baustelle. Im ersten Beitrag zum Holzbau wird der Prozess in der Werkhalle beschrieben. In diesem Beitrag geht es um den Aufbau der Elemente und ein paar Zahlen zu den Holzmengen und was das bedeutet. Das Holz kommt zu grossen Teilen aus Österreich, ein Teil auch aus Deutschland und der Schweiz. – Wir haben uns bei der Ausschreibung des Auftrags aus Kostengründen entschieden darauf zu verzichten Schweizer Holz als Bedingung vorzugeben. – Ursprünglich war überhaupt nicht klar ob wir uns Holz statt Beton/Backstein leisten können/wollen. Den Entscheid hat uns dann der Ingenieur abgenommen. Ein Massivbau hätte zusätzliche statische Massnahmen erfordert…

Aufbau der Elemente

Mit freundlicher Genehmigung der Firma Kühni darf ich hier Schnitte durch die verschiedenen Holzelemente zeigen. Zum besseren Verständnis hier ein Versuch die wichtigsten Begriffe zu erklären:
Ständer: Senkrecht stehender Holzbalken
a=0.65m: In der Wand hat es jeweils nach 65 cm einen Ständer
Flumroc: Steinwolle. Isolationsmaterial aus Stein aus Flums
Fermacell: Platte aus Gips und Altpapier, die Fugen werden gespachtelt und gestrichen. Sie bilden die meisten Wände in den Wohnungen.
OSB: Oriented Strand Board. Grobspanplatte, sehr stabil und relativ günstig
Isover: Platten aus Glaswolle
Rippen: Stehende Bretter in den Bodenelementen
Hinterlüftungslattung: Senkrechte Latten an der Fassade die einen Luftzug von unten nach oben hinter dem Eternit ermöglichen
Montagelattung: auf der Hinterlüftungslattung befestigte Querlatten an welchen die Eternitplatten befestigt werden.

Die Aussenwände werden ohne Eternitverkleidung, Hinterlüftungslattung und Fenster geliefert. Diese werden erst später vor Ort montiert. Die 25 mm OSB-Platte auf der Innenseite bilden die dampfdichte Hülle des Hauses. Sie sind überall verklebt und sollte keine Löcher haben/bekommen, da sonst Feuchtigkeit in die Konstruktion/Isolation kommt. Also keine Löcher bohren in die Aussenwände!
Die Wohnungstrennwände bestehen wegen dem Schallschutz aus zwei separaten, aneinanderliegenden Holzwänden, die durch eine Isolationsschicht (Isover FM 30 mm dick) getrennt sind.
Die Zimmertrennwände sind dünner und für den Schallschutz ebenfalls mit Isolation gefüllt. Wenn man da was schweres aufhängen will, schraubt man am besten durch die Fermacellplatte in einen Ständer. Die Platte hält ein Bild, aber kein Büchergestell.
Die Geschossdecken bestehen aus Holzkisten, deren Unterseite direkt als Decke sichtbar bleiben wird. Weil Kisten Schall eher verstärken (was wir natürlich nicht wollen), sind diese mit Splitt und Isolation gefüllt. Zusätzlich wird auf die Kisten (den Boden) ein Zementboden gegossen welcher durch eine Trittschalldämmung entkoppelt wird.

Ein paar Zahlen

Die hier präsentierten Zahlen beziehen sich nur auf die Materialien für den Elementbau. Weitere Holzbauteile wie Fenster, Türen und die Balken in den Gipswänden im Bestand sind nicht eingerechnet. Falls ich weitere Zahlen bekomme werde ich diese ergänzen.

Mengen

Konstruktionsholz520 m³Balken, Ständer, Rippen in allen Elementen
Dreischichtplatten6500 m²Deckenelemente Aufstockung
OSB2390 m²Fassadenelemente innen
Isolation985 m³Fassadenelemente
Fermacell12’065 m²Fassade, Trennwände Aufstockung
Eternit3500 m³Fassade
Stahl70 tTräger zwischen den Deckenelementen der Aufstockung
Splitt225 tals Schallschutz in den Deckenelementen der Aufstockung

Was heisst das für den Wald?

Das ist ziemlich viel Holz! Der allergrösste Teil davon ist sicher Fichtenholz (Rottanne), allenfalls hat es in den Plattenprodukten noch andere Nadelhölzer.
Ein Bekannter, der bis vor kurzem beim Bundesamt für Statistik für den Forst zuständig war, hat mir die obigen, holzbezogenen Zahlen freundlicherweise in einen Kontext gesetzt.

Die oben beschriebenen Holzteile umfassen insgesamt 755 m³ fertig bearbeitetes Holz (Entspricht einem Holzwürfel mit 9m Kantenlänge). Das entspricht 1500 m³ Rundholz (Stämme wie sie in die Sägerei kommen). Die Holzmenge an Stämmen über 8 cm Durchmesser im Schweizer Wald nimmt pro Stunde um 1100 m³ zu. Der gesamte Schweizer Wald braucht also circa 1 Stunde 20 Minuten, um die Holzmenge die unserem Projekt entspricht, wachsen zu lassen.
Es entspricht auch der Holzmenge welche in einem Jahr auf der Waldfläche von 200 Hektaren (ein Quadrat von 1.4 x 1.4 km) wächst.

CO2-Bilanz

Bäume entziehen beim Wachsen der Luft CO2, spalten es in Sauerstoff und Kohlenstoff auf und machen Holz aus dem Kohlenstoff. Solang das Holz nicht verbrannt wird oder verrottet, ist das CO22 der Atmosphäre entzogen. Ein m3 Fichtenholz hat Kohlenstoff von einer Tonne CO2 eingelagert. Das heisst, das Holz von Fassade und Aufstockung hat ungefähr 755 Tonnen CO2 aus der Atmosphäre gespeichert. Das ist etwa 10% der grauen Energie die in unserem Haus steckt. – Oder dem CO2-Äquivalent-Fussabdruck von 140 Durschnittsschweizer*innen.
In der Berechnung der grauen Energie des Gebäudes (Energie die für Erstellung und Rückbau benötigt wird) ist das im Holz gespeicherte CO2 nicht berücksichtigt, weil es nach dem Lebensende des Hauses irgendwann wieder in die Atmosphäre gelangt.

Innere Erschliessung des Gebäudes

Wer erkennt, wo dieses Bild aufgenommen wurde? Ihr könnt eure Vermutungen unten bei den Kommentaren hinschreiben. Ich bin gespannt.

Auf der Baustelle sind seit Oktober alle Treppen im Gebäudeinnern eingebaut und einige neue Mauern erstellt (viele weitere werden in den nächsten Monaten folgen). In den Gewerbegeschosse sind die Erschliessungswege trotzdem bereits gut erkennbar. Dieser Beitrag zeigt aktuelle Bilder und gibt ein Update über die künftigen Fusswege durchs Gebäude. Die Bilder sind vom Oktober 2020, sofern nicht speziell erwähnt.

Die Grundrisse zu den einzelnen Stockwerken sind jeweils vermerkt oder für alle Stockwerke hier einsehbar.

Dachterrasse und Wohngeschosse

In den Wohngeschossen ist erst wenig sichtbar. Trotzdem zeige ich ein paar Bilder, damit dieser Beitrag von zuoberst bis zuunterst durchs ganze Gebäude führt.

Siehe auch Die Treppenhäuser wachsen

In diesem Betonwürfel führt das Treppenhaus bis hinauf zur Dachterrasse. Auf der rechten Seite sind Wohnungseingänge sichtbar. Aktuell montiert der Holzbauer die Wohnungswände im 3. Obergeschoss. Im Vordergrund sind die Befestigungswinkel dazu erkennbar.
Treppenhaus auf Höhe Dachterrasse mit Blick Richtung Alpen.
Treppenhaus zu den Wohnungen in den Bestandgeschosse (Sommer 2020)

Haupteingang Güterstrasse

Auf Höhe Güterstrasse führt eine Treppe auf die Rampe (Treppe ist noch nicht gebaut) zum Haupteingang. Von diesem geht es geradeaus ins Wohngeschoss sowie rechts über eine offene Treppe nach unten ins Foyer zu den Quartier- und Gewerberäume und weiter in den Holliger Innenhof. Im verlinkten Beitrag «Eingang Güterstrasse» gibt es dazu weitere Bilder und Infos.

Siehe auch Eingang Güterstrasse
sowie Grundriss Erdgeschoss

Der Haupteingang wird in der hinteren Bildmitte (links der mittleren Holzstütze) gebaut. Von der mittleren Holzsäule verdeckt, ist der direkte Eingang in die Selbstausbauloft erkennbar. Die Treppe auf die Rampe ist noch nicht gebaut.
Dieses Bild zeigt den Blick von innen Richtung Haupteingang. Links führt eine Treppe in die Gewerbe-/Hofgeschosse. Im Vordergrund rechts (beim schwarzen Schlauch) wird der Betonboden noch weggeschnitten, damit der Blick ins Foyer frei wird.

Oberes Hofgeschoss

Im Hofgeschoss kreuzen sich in der Mitte des Gebäudes im zentral gelegenen Foyer die Erschliessungswege. Die eine Querachse führt vom Haupteingang auf Hofseite über eine Treppe zum zweiten Haupteingang bei der Güterstrasse. Längs dazu werden auf einer zweiten Achse die Nebeneingänge und Gewerberäume erschlossen.

Siehe auch Oberes Hofgeschoss: Arkade, Quartier- und Gewerberäume, Velokeller
sowie Grundriss Oberes Hofgeschoss

Blick ins Foyer, die Treppe in der Mitte führt zur Güterstrasse sowie ins untere Gewerbegeschoss. Links hinten ist ein Nebenausgang erkennbar. Ums Foyer gruppieren sich Sitzungszimmer, der grosse Quartierraum, Teeküche und (Co-Working)-Arbeitsplätze.
Entgegengesetzter Blick, in Richtung Haupteingang auf der Holligerhof-Seite. Rechts im Vordergrund die Treppe zur Güterstrasse und ins untere Hofgeschoss. Ganz links (gerade ausserhalb des Bildes) liegt der grosse Quartierraum.
Nochmals eine andere Perspektive ins Foyer. Diesmal von der zweiten Erschliessungsachse, welche längs durchs Stockwerk führt. Der grosse Quartierraum wird bei der hellen Stelle auf der rechten Bildseite gebaut. Hinter der Kamera liegt der Nebenausgang in den Hof in Richtung O1, welcher auf dem obersten Bild in diesem Kapitel sichtbar ist.
Blick in die Erschliessung (Längsachse) im Innern des Gebäudes. Das Foyer befindet sich auf der Rückseite der Kamera. Der Korridor führt zum Nebenausgang beim Aussenlift. Rechts wird eine Türe in den Quartierraum führen. Links entstehen WC, Dusche und Zugänge zum Velokeller.
Entgegengesetzter Blick vom Nebeneingang beim Aussenlift durch die Erschliessung in Richtung Foyer.
Nebenausgang mit «Innenhof» und Aussenlift. Links hinter dem Aussenlift führt eine öffentliche Treppe von der Güterstrasse in den Holligerhof.

Hof und Areal

Vom Hof sind alle grösseren Gewerberäume direkt von aussen über Treppen und Glasfronten erschlossen.

Einfahrt in die Velorampe vom Holligerhof her kommend. Rechts davon steht der Aussenlift.
Blick vom Hof in einer der zwei Lichthöfe. Um diese gruppieren sich die Gewerbe- und Quartierräume.

Unteres Hofgeschoss

Im unteren Hofgeschoss können alle grösseren Gewerbe- und die Quartierräume über Aussentreppen in die Lichthöfe erreicht werden. Und im Gebäudeinnern erschliesst eine Längsachse ähnlich wie im oberen Hofgeschoss alle Gewerberräume zusätzlich von innen, in alle Lager- und Hobbyräume sowie in die Einstellhalle.

Siehe auch Unteres Hofgeschoss: Lichthöfe, Gewerberäume und Einstellhalle
sowie Grundriss Unteres Hofgeschoss

Links beim Gerüst wird eine Aussentreppe direkt in den Lichthof führen.
Diese offene Treppe führt vom unteren Hofgeschoss bis zur Güterstrasse.
Die Treppe ins Foyer von der anderen Seite betrachtet. Links führt die Längsachse in Gewerbe und Hobbyräume sowie in die Einstellhalle.
Gleicher Erschliessungskorridor wie oben links im Bild. Die Türe hinter dem rot/grauen Wassersauger führt in die Einstellhalle.
Zugang in die Einstellhalle. Links und rechts im Zwischenkorridor sind Zugänge in Hobbyräume erkennbar.
Blick in den Erschliessungskorridor auf der anderen Seite des Foyers (dieses ist bei der hellen Lampe im Hintergrund). Alles ist bereits ein wenig schmaler als im oberen Hofgeschoss.


Kellergeschoss

Von den Treppenhäuser führen verwinkelte Gänge in Technik- und Lagerräume sowie in die Mieter*innenkeller.

Siehe auch Kellergeschoss: Mieter*innenkeller und Technikräume und Statische Ertüchtigung
sowie Grundriss Kellergeschoss

Eines von zwei Treppenhäuser, welches bis auf die Dachterrasse führt.
Ganz link die künftige Lifttüre, rechts davon geht es ins zweite Treppenhaus.
Verwinkelte Gänge führen in Lager- und Technikräume.
Schmal und hoch. Teilweise gibt es wegen der statischen Ertüchtigung Rampen (zuunterst in diesem Beitrag gezeigt), um die Niveauunterschiede ausgleichen zu können

Beton Schneidearbeiten

Für einen vertikalen Haustechnikschacht wird die Betondecke aufgeschnitten.

Zurzeit finden auf der Baustelle die letzten Baumeisterarbeiten statt. Eine davon ist das Aufschneiden der Betondecke für Licht- und Haustechnikschächte.

Die folgenden Bilder zeigen das Schneiden des grossen Lichtschachts in den Erschliessungskorridore der Wohnungen auf verschiedenen Stockwerken. Bei diesen Schnitten wird bereits das Endresultat berücksichtigt. Damit der Schnitt später wie aus einem Guss aussieht, wurde im Bereich der Schnittfläche bereits die Ausgleichschicht betoniert und wird gleich mitgeschnitten.

Holzbau: Elementbau in der Halle

Isometrie von Kühni AG, Ramsei zur Verfügung gestellt.

Start auf der Baustelle

Am 5. Oktober hat auf der Baustelle die Holzbaufirma Kühni AG aus Ramsei mit der Montage der vorfabrizierten Fassadenelementen begonnen. Diese geschieht mit Hilfe eines kleineren Krans, welcher für jede Etappe verschoben wird. Die grossen Kräne wurden nur für die Betonarbeiten gebraucht. Einer ist schon abgebaut, der Zweite wird nächstens folgen. Die Fassade und die Aufstockung werden dabei in je drei Etappen montiert. Nach der Fassade folgt im ersten Drittel bereits die Aufstockung bis in den 5. Stock, bevor dann im Mittelteil wieder zuunterst begonnen wird. Dies ist in der animierten Isometrie oben gut ersichtlich. Gemäss Bauprogramm soll der erste Drittel bereits um den 20. November 2020 fertig gebaut sein, bis zur Dachküche dauert es ungefähr bis Mitte März 2021. Im Anschluss folgen die Balkone, Fenster und Fassadenverkleidungen.

Wir werden den Elementaufbau und die Montage im Warmbächli vor Ort, in weiteren Artikeln hier im Baublog ausführlicher vorstellen, sobald wir Bilder haben. In der Zwischenzeit lohnt sich gelegentlich ein Blick auf die Webcam auf der Startseite des Baublogs. Es könnte spannend sein.

In diesem Artikel zeigen wir euch nun, wie die Elemente in Ramsei vorfabriziert wurden.

Fabrikation der Elemente

In den Hallen der Firma Kühni AG wurden bereits im letzten Jahr die Elemente für Fassade und Aufstockung unseres Hauses hergestellt. Die folgenden Bilder zeigen, wie eines der rund 1000 Elemente fürs Warmbächli entsteht. Die Firma Kühni wird auch die Trennwände in den Bestandsgeschossen erstellen. Doch diese werden dann direkt vor Ort gebaut.

Die Multifunktionsbrücke ist das Herz der Produktionsanlage. Sie kann fräsen, sägen, bohren, Nägel und Klammern schiessen, Leim auftragen und anzeichnen.
Nachdem die Abbundmaschine die Balken auf Länge geschnitten und mit den nötigen Bohrungen und Aussparungen versehen hat, wird der Rahmen des Elements auf dem Montagetisch zusammengestellt.
Danach wird der Rahmen mit Wärmedämmung gefüllt und mit Gipsfaserplatten belegt. Die Anlage wird von von einem Team von vier Fachpersonen bedient. Diese arbeiten in zwei Schichten von morgens um fünf bis abends um elf.
Beim Zusammenbau der Elemente können Maschinen einen grossen Teil der Arbeit übernehmen. Ein Kran mit Saugheber hilft die Platten auf den Elementen zu platzieren.
Anschliessend übernimmt die Multifunktionsbrücke.
Die Maschine ist fertig. Die Platten sind bündig geschnitten und mit Klammern fertig.
Die fertigen Elemente werden in Folie wetterfest verpackt und auf Wechselpritschen zwischengelagert, bevor sie auf die Baustelle zur Montage transportiert werden. Insgesamt werden gut 1000 Elemente auf 78 Pritschen auf der Baustelle angeliefert.
Auf jeder Lieferung sind die verpackten Elemente nummeriert aufgeführt. Jede Pritsche muss genau im richtigen Moment auf der Baustelle angeliefert werden damit das Puzzle aufgeht.

Baustellen-Impressionen September 2020

Mit dem baldigen Abschluss der Betonarbeiten werden die Grundrisse der ersten Wohnungen erkennbar. Zumindest ein klein wenig wird das Raumgefühl spürbar, denn noch fehlen die meisten Zimmerwände, die später als Gipskartonwände erstellt werden. Das Titelbild zeigt die Kind & Kegel Wohnung 001 vom oberen Splitlevel in die Küche/Esszimmer fotografiert.

Weiter sind die Treppenhauskerne erkennbar, welche nun deutlich über die bisherige Gebäudehöhe hinausragen. Der erste Treppenhaus ist fertig, das zweite ebenfalls bald und im Gewerbegeschoss wird der «Innenhof/Aussenraum» zwischen Fassade und Velorampe sichtbar.

Wohnungen, Treppenhäuser und Dachterrasse

Kind & Kegel Wohnung 001 mit 15.5 Zimmer: Entgegengesetzter Blick vom Esszimmer in die zwei Splitlevels. Bei der Wand links im Vordergrund wird später die Küche gebaut.
Wohnungstüren von links nach rechts: 408, 409, 410
Blick vom einen Treppenhaus ins andere. Dazwischen wird später die 10.5 Zimmer grosse Grandhotel Wohnung 404 gebaut.
Blick zuoberst von der Dachterrasse.
Bei diesem Treppenhaus werden gerade die Schalungen im 5. Stock erstellt.
Das zweite Treppenhaus ist bereits fertig gebaut.

Gewerbegeschoss

Arkade im Gewerbegeschoss Richtung Holligerhof. Wer ganz genau schaut sieht oben in der Mitte bereits den ersten Holztäger montiert, auf dem die neue Fassade abgestützt wird.
Gleicher Standort, Kamera nach rechts geschwenkt: Der «Innenhof» zwischen Gewerbefläche und Velorampe. Zuhinterst liegt ein Gewerberaum mit direktem Zugang zum unterirdischen Velokeller.
Ähnliche Blickrichtung, mit besserer Sicht auf die Velorampe. Auf der linken Bildhälfte ist nochmals der Aussenraum zwischen Velorampe und Fassade/Gewerberäume sichtbar.
Entgegengesetzter Blick von der Velorampe in Richtung Hof. Über die Velorampe kann vom Innenhof der Velokeller erreicht werden.
Blick von Höhe der Hofseite in einen Lichthof mit den dahinter liegenden hohen Quartier- und Gewerberäumen.

Entscheiden, Entscheiden, Entscheiden

Die Baukommission steht zum zweiten Mal vor den Fassaden-Mockups – und ist sich nicht überall einig.

Entscheiden, nicht Entscheide

Die Arbeit der Baukommission besteht zu einem grossen Teil daraus, Entscheide zu fällen. In diesem Beitrag soll es nicht um die Ergebnisse dieser Entscheide gehen, sondern um die Herausforderungen im Enscheidungsprozess. Natürlich sind auch die Resultate der Entscheide von Interesse, im Moment vermutlich besonders die Entscheide zu Materialisierungen. Einige davon werden in diesem Beitrag angedeutet. Noch ist aber nicht alles in Stein gemeisselt, was hier auf den Bildern erkennbar ist. Sobald es dann so weit ist, werde ich einen Beitrag machen zum Thema Materialisierung – und von der Fassade bis zur Fussleiste jedes Detail vorstellen (oder zumindest das meiste).

Wer entscheidet was?

Fenster innen: Wie stark vergilbt das lackierte Holz? Wie sieht das wohl in 5 Jahren aus?
Wie wirkt es dann im Raum? Wie sehen eigentlich die Fussleisten aus?

Ein Bauprojekt wie unseres bedingt unglaublich vieler Entscheide. Die Kunst ist es, jedem Entscheid das richtige Gewicht beizumessen. Was kann der Zeichner des Elektroingenieurs selber entscheiden? Was der Elektroingenieur? Wo muss er die Architekt*innen beiziehen? Wann müssen diese die Projektleiterin Bau der Genossenschaft fragen? Was soll sie in den Bauausschuss oder die Baukommission einbringen? Was kann die Bauko entscheiden? Haben wir eine Grundlage? Vielleicht doch lieber die Verwaltung konsultieren? Oder müssen wir gar einen Workshop machen und alle Genossenschaftsmitglieder dazu einladen?

Und dann stellt sich natürlich auch die Frage nach den Rahmenbedingungen: Wann brauchen wir den Entscheid? Was sind die Konsequenzen, wenn er verzögert wird? Was wir im Grundsatz wollen mit unserem Gebäude, haben wir zu Beginn der Planung im Planungsleitfaden zusammengefasst. Dieser entstand in einem langen, partizipativen Prozess. Wir haben auch festgehalten, welche Kompetenzen und Aufgaben den einzelnen Gremien und Posten zukommen. Trotzdem gibt es immer wieder Entscheide, bei denen nicht klar ist, von wem sie gefällt werden müssen. – Oder bei denen wir uns nicht einig sind, in wessen Kompetenz sie fallen.

Unvollständige Entscheidungsgrundlagen

Blendrahmen, Blockrahmen, Metallzargen, oder doch Blockfutterzargen?

Eine grosse Herausforderung bei vielen Entscheiden ist, dass die Basis, auf der ein Entscheid gefällt wird, fast immer noch besser und eindeutiger sein könnte. Man hat nie alle Informationen zur Verfügung, die für einen absolut rationalen Entscheid nötig wären. Hier ein paar Beispiele:

  • Kosten: Die Kosten verschiedener Varianten lassen sich häufig nur ungefähr beziffern. Wie viel teurer Holzoberbauten in den Küchen wirklich wären, erfahren wir zum Beispiel erst, wenn sie fertig gezeichnet sind und wir Offerten von Unternehmen bekommen haben.
  • Nachhaltigkeit: Detaillierte Aussagen zur grauen Energie, die in unterschiedlichen Varianten von Bauteilen steckt, sind sehr aufwändig zu recherchieren – meistens handelt es sich demnach nur um Annäherungen. Häufig arbeitet man mit Aussagen wie: „Kunststoff ist leichter als Glas und hat einen tieferen Schmelzpunkt. Entsprechend steckt weniger graue Energie in der Lichtkuppel aus Kunststoff als in derjenigen aus Glas.“
  • Nutzung: Wir gehen davon aus, dass das Gebäude auf eine bestimmte Weise genutzt wird, vielleicht wird es aber auch ganz anders. „Werden die extra eingeplanten freien Wandflächen hinter den Zimmertüren dann auch wirklich für Schränke gebraucht?“
Entscheidungsmatrix der Planer*innen zur Frage: Welche Oberlichter über den Treppenhäusern? Kosten, Reinigung, Sichtbezug, Brandschutz, Absturzsicherung, Wärmeschutz, Lebensdauer, graue Energie. Am Schluss vor allem: Ist der klare Blick aus dem Treppenhaus in den Himmel 30’000 Franken wert? (Die Bauko meinte: Ja.)

Zu jedem Aspekt könnte jedes Mal eine Studie in Auftrag gegeben und/oder ein Workshop durchgeführt werden. Kommt dazu, dass die verschiedenen Aspekte auch zueinander in Bezug gesetzt werden müssen: Wie viel teurer ungefähr darf das Bauteil sein, wenn es dafür vermutlich eine deutlich längere Lebensdauer hat? Wie viel besser muss etwas aussehen, um den zusätzlichen Aufwand bei der Reinigung zu rechtfertigen?

Ästhetik

Die Architekten Tim Seidel und Pascal Hendrickx von BHSF haben viel Zeit in Konzepte und Entscheidungsgrundlagen investiert – und dann nochmals Zeit, um unsere Rückmeldungen wieder einzuarbeiten.

Entscheide, bei denen die Ästhetik im Vordergrund steht, sind besonders schwierig zu fällen. Rationale Abwägungen helfen nur wenig und Argumente sind schwierig gegeneinander abzuwägen.
Am Anspruch, einen Konsens in Ästethik-Fragen zu finden, sind schon viele Gruppen gescheitert. Uns ist klar, dass ein solcher Konsens nicht herbeidiskutiert werden kann, falls er nicht einfach von sich aus entsteht. Im Idealfall kann eine klare Mehrheit der Baukommission den Entwurf der Planer*innen mittragen, ansonsten kommt es zu Rückweisung mit Auftrag zur Überarbeitung – oder zu einer Abstimmung.

Die Farbe der Fenster aussen: Zu blass, wirkt bilig, viel wärmer, zu wenig Kontrast, zu grell, diverse positive und negative Assoziationen – am Schluss muss man Abstimmen.

Was dagegen hilft

Diesen sehr vielseitigen Herausforderungen begegnen wir mit breit abgestütztem Wissen und vielen Erfahrungen – sowohl in der Baukommission als auch von Seiten der Planern*innen. Für die Grundrichtung der Entscheide kann sich die Baukommissoin auf die partizipativ erarbeiteten und von der Generalversammlung verabschiedeten Grundlagen im Planungsleitfaden beziehen. Es braucht aber auch immer ein gute Portion Mut Vertrauen in die Mitstreiter*innen und genügend Gelassenheit, auch mal mit seiner eigenen Meinung zu unterliegen.
An einigen Ecken des Hauses wird sich erst in Zukunft zeigen, ob wir richtig entschieden haben – und bei vielen Punkten werden wir nie wissen, ob es nicht doch noch ein bessere Lösung gegeben hätte.

Baustellen-Impressionen Sommer 2020

Die Böden/Decken der Split-Level WG-Grosswohnungen werden betoniert, die Treppenhäuser-Betonkerne beginnen als Türme über das Gebäude hinauszuragen und beim Aussenlift wird ein letzter Gebäudeteil zurückgebaut.

Zwischen Aussenlift und Fassade wird ein letzter Teil der alten Güterstrasse 8 zurückgebaut.
WG-Wohnung mit Split-Level

Holligerhof

Blick von der Gewerbe-Arkade in den Holligerhof.

Baufeld O3 und U3

Die Profile zweier Nachbargebäude stehen, bald wird nun auch an anderen Orten in der Siedlung Holliger gebaut. Der Baustart für diese zwei Gebäude wird im Herbst 2020 erfolgen.

Das Baufeld O3 rechts im Hintergrund neben dem Warmbächli
Baufeld O3 aus der Nähe
Baufeld U3

Nachtrag August 2020

Im August gastiert der Circus Chnopf und das Säbelibum zum letzten Mal auf der Brache. Die Brache wird immer kleiner, sie müssen ihre Bühnen und Zirkuswagen beinahe schon auf den Baustellen aufbauen. Das allerletzte Brache Abschlussfest wird nun vom 4.–6. September 2020 stattfinden. 😢

Baustellenzmittag

Im letzten Winter hat sich die AG Baustellenküche gegründet mit dem Ziel regelmässig für die Leute auf der Baustelle zu kochen. Nach Corona-bedingten Verzögerungen hat heute die zweite Ausgabe des Baustellenzmittag stattgefunden. Zukünftige Bewohner*innen kochen für die Leute, die unser Haus bauen. Zwei Gruppen von Menschen die wichtig sind für unser Wohnprojekt und sich normalerweise nie begegnen essen zusammen. Der Plan der AG ist bis auf weiteres ungefähr einmal pro Monat ein Menu auf der Baustelle zu servieren. Allenfalls werden später auch die Bewohner*innen zum Mitessen eingeladen.
Ein herzliches Dankeschön an all die engagierten Mitglieder! – Wer bei weiteren Kochaktionen mithelfen will, kann sich auf baustellenkueche@lists.warmbaechli.ch melden.

Gegessen wird im Erdgeschoss, ungefähr da wo dann mal die Wohnung 010 sein wird.
Heute gibt’s Lasagne
Im Schatten und mit einem leichten Brise ist von der Mittagshitze nichts zu merken.
Eine Köchin, der Geschäftsleiter und der Co-Präsident…
Abstand halten ist nicht schwierig im riesigen „Speisesaal“.

Die Treppenhäuser wachsen

Die Besichtigungen der Bauko nach den Kommissionssitzungen wurden Corona-bedingt ausgesetzt. Letzten Donnerstag waren wir das erste mal seit langem wieder auf der Baustelle. Entsprechend gabs viel neues zu sehen im vergleich zum letzten Besuch. Hauptarbeit ist im Moment der Aufbau der beiden Treppenhäuser und der Ergänzung der Betonstruktur im Bereich des abgebrochenen Silos. Alle Bilder sind von Til Rösler.

Kern 1

Im Bereich des Silos wird im Moment das zweite Split-Level Geschoss betoniert. Die Betonarbeiten mit den verschiedenen Geschossebenen, Anschlüssen an den Bestand und die Treppenhäuser sind komplex und aufwändig.
Bereich der Küche der Wohnung 001 (Hier im Abschnitt „Wunschwohnung wählen“ gut erkennbar).
Blick aus der Küche 001 in die andere Richtung. Eine betonierte Wand vom Treppenhaus bis zur Fassade ist notwendig für die Erdbebensteifigkeit des Gebäudes.

Kern 2

Das zweite Treppenhaus liegt im Innern des Bestandesgebäudes. Hier sind die Betonarbeiten schon im 2. Obergeschoss angelangt und der Treppenhauskern wird bald über das bestehende Gebäude hinausragen. Auch im Bereich der hölzernen Aufstockung sind die Treppenhauskerne nämlich aus Beton.

Über dem Loch des Treppenhaus wurde ein provisorisches Dach errichtet welches mit dem Kran entfernt werden kann um Material ins Gebäude zu bringen.
Die Treppen an sich wurden im Werk hergestellt und werden während dem Bauprozess laufend im richtigen Moment eingesetzt.

Aussenlift und Einfahrt Veloeinstellhalle

Dieser Lift verbindet ausserhalb unseres Hauses das Niveau Güterstrasse mit dem Niveau des Arealhofs. Rechts davon wird auf dem Nachbarsgrundstück eine Treppenanlage entstehen, links vom Lift ist die Zufahrt zu unserer Velogarage.
Die Rampe vom Hof hoch in die Velogarage wir nächstens betoniert. Die Veloeinstellhalle wird sowohl vom Hof wie auch von der Güterstrasse über Rampen erreichbar sein.

Bauen zu Zeiten von Corona

Wir haben Glück – unsere Baustelle kann trotz Corona mehr oder weniger normal weiter funktionieren! Wären wir schon beim Innenausbau, hätten wir massiv mehr Verzögerungen durch die nötigen Massnahmen. Im Moment ist aber nur der Baumeister vor Ort und mit groben Betonarbeiten beschäftigt. Die Unternehmen haben die nötigen Massnahmen ergriffen um die Vorschriften einhalten zu können und zusätzliche Sanitärräume installiert. Nach aktuellen Kenntnisstand haben wir nur mit minimalen Mehrkosten und Verzögerungen wegen der Corona-Krise zu rechnen.

Ins Wasser gefallen sind jedoch sowohl die Führungen für die Genossenschaftsmitglieder, wie auch die Begehungen der Baukommission. Auch Besuche auf der Baustelle mit der Kamera sind im Moment nicht möglich. Was bleibt ist der Blick auf die Webcam auf der Startseite des Baublogs. Da sieht man die erste Wand des Treppenhauses im Bereich des früheren Silos auftauchen. Die beiden Treppenhäuser werden in den nächsten Wochen weiter wachsen. Währendessen wachsen in Ramsei bei Kühni Holzbau schon die ersten Wände der Aufstockung.

Sobald es wieder möglich ist, werden wir mit der Kamera auf die Baustelle gehen und den aktuellen Stand der Arbeiten zeigen.

Bis dahin Wünsche ich Euch gute Gesundheit und eine stressfreie Krise.
Liebe Grüsse,
Tobi

PS: Falls Ihr Wünsche habt über was Ihr gerne im Baublog lesen würdet könnt Ihr diese gerne in den Komentaren oder per Mail kund tun.

New York? New York!

In den nächsten Wochen werden die Treppenhauskerne 1 und 2 Stockwerk für Stockwerk wieder aufbetoniert. Letzte Gelegenheit, um auf der Baustelle nochmals die grossen Löcher zu fotografieren. Durch die vertikale Linienführung der vielen Baumstämme sind Perspektiven möglich, die an Hochhäuser aus entfernten Grossstädten erinnern.

Beim ersten Treppenhauskern im Bereich des alten Silos wird aktuell das Fundament verstärkt.

Beim zweiten Treppenhauskern sind die Arbeiten etwas weiter fortgeschritten. Hier ist die Decke über dem Kellergeschoss bereits fertig und nun werden die Wände des unteren Hofgeschoss vorbereitet.

Da kommen einige Kilos zusammen – dicker Bewehrungsstahl für die statische Ertüchtigung.

Was sonst noch passiert

Im 3. Untergeschoss (Kellergeschoss) sind bereits die Rampen erstellt, welche die durch die Aussteifung bedingten Niveauunterschiede überwinden.

Ebenfalls wird aktuell der Aussenlift betoniert. Erst danach kann die restliche Decke abgebrochen werden.

In den nächsten Wochen wird das Gebäude vollständig eingerüstet. Danach können die provisorischen Absturzsicherungen entfernt werden, um die Zugänge verbessern zu können. Dies ist mit einigen Herausforderungen verbunden, weil das Gerüst mit genügend Abstand erstellt werden muss, damit es dazwischen noch freien Platz hat für die neue Fassade. Ebenfalls braucht es eine Lösung, wie die vielen verschiedenen Balkone trotz Gerüst gebaut werden können. Vielleicht werden diese darum erst später gebaut – der Gerüstbauer tüftelt an einer Lösung.

Erste Betonarbeiten

Letzte Woche hatten wir das erste mal eine Begehung der Baustelle mit der Baukommission. Dies werden wir jetzt nach jeder Baukommissionssitzung – also monatlich – machen und ich werde danach jeweils einen kleinen Bericht für den Baublog verfassen.

Der zweite Kran ist da

Die Veränderungen auf der Baustelle sind nicht mehr so spektakulär in den letzten Wochen. Die grossen Rückbauten sind gemacht, die Betonarbeiten finden erst versteckt in den Untergeschossen statt. Im Vordergrund sieht man den zweiten Kran der Ende Dezember aufgestellt wurde. Da er auf der relativ weichen Aufschüttung steht, mussten für sein Fundament Bohrpfähle gesetzt werden. – Schon dafür braucht es Berechnungen des Bauingenieurs.

Die ersten Decken werden betoniert

Im Innenhof wurde die Aussenwand des zweiten UGs auf das Niveau des zukünftigen Aussenraums zurückgeschnitten und das Betonieren der Decken ist im Gang. Die Dimensionen der Gewerberäume und der riesigen Lichthöfe im 2. UG lassen sich schon gut erahnen (es gibt noch Gewerberaum zu vermieten!).

Das erste Treppenhaus ist unterwegs

Hier Blicken wir aus dem 3. UG in den Bereich des ehemaligen und zukünftigen Treppen und Liftschachts. Die Aussparung im Fundament für den Lift ist erstellt und der Aufbau des neuen Kerns ist im Gang.

Das zweite folgt bald

Blick aus dem 3. UG in den Bereich in dem die Silos standen. Am hinteren Ende sind noch zwei halbe Trichter zu erkennen durch welche die Kakaobohnen aus den Silos entnommen wurden. Die Trichter werden jetzt auch noch entfernt und dann wird auch hier der Aufbau der Betonstruktur beginnen.

Statische Ertüchtigung

Für die statische Ertüchtigung und um die Erdbebensicherheit zu gewährleisten wurden schon verschiedene bauliche Massnahmen umgesetzt. Dies sind z.B. ein partielles Aufbetonieren (dicker machen) der Fundamentplatte oder die neuen Treppenhauskerne, bei denen unser Gebäude mit neuen Wänden zusätzlich ausgesteift wird.

Aber am auffälligsten sind die neuen Betonsockel um einzelne Stützen im 3. Untergeschoss. Dies weil sie auch später sichtbar bleiben. Um und auf diesen Sockel werden sich dann vor allem Lagerflächen anordnen. Eine solide Basis für die noch zu bauenden Regale und andere kreative Lagerlösungen?

Abbruch altes Treppenhaus

Schon bald sind die Abbrucharbeiten beendet. Aktuell wird das alte Treppenhaus abgebrochen. Das sieht spektakulär aus, weil nun auch im Innern des Gebäudes ein grosses Loch entsteht. Und dann wird anfangs Januar noch der untere Teil des Silos abgebrochen.

Parallel dazu ist der Baumeister in den unteren Geschossen fleissig am betonieren. Es werden die ersten Räume und die Velorampe erkennbar.

Hier wird Anfang nächstes Jahr der neue Treppenhauskern betoniert.
Vorher muss der Bagger aber noch weiter am Beton knabbern…
…so wird diese Treppe nächste Woche verschwunden sein.

Abbruch Silo

Vom Silo ist der obere Teil komplett abgebrochen.

Neues entsteht im 2. Untergeschoss

Die Armierung für die Velorampe wird vorbereitet.
Hier entsteht ein Quartierraum. Die Wände links und rechts sind bereits neu betoniert.
Video

Unterwegs mit dem Bauleiter

Am 21. November trafen Tobias Willimann und ich (Hynek Bures) den Bauleiter Marco Kämpfer. Zusammen unternahmen wir einen Rundgang über die Baustelle.

Es ist unser erster Versuch mit der Kamera die Baustelle zu besuchen. Da können wir noch etliches besser machen. Wenn euch aber die Grundidee gefällt, dann wiederholen wir gerne die Aktion bald wieder.

Was haltet ihr davon?

Video

Abbruch Silo

Im November 2019 wird das alte Kakaobohnensilo der Chocolat Tobler komplett abgerissen. An seiner Stelle werden später die neuen Split-Level-Wohnungen entstehen. Da wir neue Geschosse betonieren müssen, nutzen wir die Gelegenheit und werden diese gegenüber dem Bestand mit normalen Raumhöhen bauen.

So werden ab Herbst 2021 die Bewohner*innen der grossen Kind & Kegel-Wohnung im Erdgeschoss (mit einer Raumhöhe im Bestand von 4.60m!) über eine Treppe einen halben Stock höher ins obere, als auch einen halben Stock tiefer ins untere Split-Level steigen können.

Im 1. und 2. Obergeschoss mit Raumhöhen im Bestand von noch je 3.60m werden etwas kleinere Split-Level Wohnungen gebaut. Hier werden die Bewohner*innen jeweils einen halben Stock höher oder tiefer steigen können.

Die Split-Level Wohnungen werden wir bestimmt in einem späteren Blogbeitrag genauer vorstellen. An dieser Stelle werden erst mal Impressionen den Abbruch gezeigt.

Schiebe den Slider nach links und rechts, um den Unterschied zu sehen.

Abbruch Fassade

Am Samstag, 9. November wurden die letzten Fassadenelemente vom 1. und 2. Obergeschoss abgebrochen. Ein grosser Greifbagger hat die Fenster gepackt und in den Arealhof geschmissen – das ging Ruck-Zuck. Nun ist die ganze Fassade zum Arealhof bereits verschwunden.

Einmal greifen und weg damit. Der Abbruch der Fassade vom 1. und 2. Obergeschoss dauerte bloss einen Vormittag lang.

Beim Silo wurden zudem alle Eternitplatten demoniert. Dazu wurde eigens ein Gerüst aufgebaut, welches schon wieder abmontiert wird, damit gegen Ende November ein noch grösserer Bagger das Silo abbrechen kann. 😃

Video

Ein kurzes Zeitraffervideo zeigt dir den Fortschritt aus den letzten Wochen. Ich werde es später mit dem Silo-Abbruch ergänzen.

Provisorische Stützen und neue Einblicke

Baumstämme um das Silo im 2. Obergeschoss.

Ein provisorischer Wald

Im Moment werden rund 140 Baumstämme rund um das Treppenhaus und das Silo über alle Stockwerke verteilt eingebaut, um das Gebäude während des Abbruchs zu stabilisieren. Ein solcher Baumstamm kann bis zu 20 Tonnen Gewicht aufnehmen. Das ist mehr als dem bestehenden Unterlagsboden zugetraut wird: dieser wurde im Bereich der Stützen entfernt, die Bäume wurden direkt auf der Betonplatte mit Keilen fixiert und das Loch mit Zement ausgegossen. So bleiben die Stämme auch bei den erwarteten Erschütterungen da wo sie hingehören.

Stadtbachkanal ist abgebrochen

Der Bagger mit der Beisszange zerkleinert Reste des Stadtbachkanals. Von oben hängt ein „Balkon“ ins Bild, welcher im 1. OG als Plattform für Schuttmulden diente.

Der hofseitige Vorbau der Güterstrasse 8, in welchem auch der ehemalige Kanal des Stadtbachs verläuft, wurde abgebrochen. Im Moment wird an einem Durchbruch weiter ins 3. UG gearbeitet, damit Material für erste statische Wände mit dem Kran eingebracht werden kann. Jetzt lässt sich schon die Dimension der Arkade im oberen Hofgeschoss und die Situation mit den Lichthöfen im unteren Hofgeschoss erahnen.

Blick aus dem 2. UG (Unteres Hofgeschoss) Richtung Hof. Die Lichthöfe werden fast zwei Stützenabstände lang und etwa doppelt so tief wie der Abstand von der Stütze zur äusseren Mauer.

Der Rückbau beginnt

Der Kies und die Isolation auf dem Flachdach sind abgetragen, im Hintergrund das eingerüstete Silo.

Es ist einige Zeit vergangen seit dem letzten Beitrag auf dem Baublog. Jetzt geht es aber wirklich los auf der Baustelle und wir werden regelmässiger berichten. Ich war heute auf der Baustelle, habe mit dem Bauleiter geredet, ein paar Fotos gemacht und nasse Füsse bekommen.

Das Titelbild auf dem Blog ist übrigens seit kurzem ein Livebild von der Baustelle! Die ISGH hat auf dem Gebäude der SBB an der Bahnstrasse eine Kamera installieren lassen. Hier gibt es zudem einen Zugang zu den Bildern mit Archiv.

Die Schadstoffsanierung geht weiter

Der kleine Riss im Vordergrund ist eine fachgerecht entfernte Fuge, die Asbest enthielt. – Davon sind in den Untergeschossen 2 km aufgetaucht.

Trotz intensiven Schadstoffuntersuchungen vor Baubeginn sind während den Rückbauarbeiten (natürlich) noch zusätzliche Materialien aufgetaucht, die im Labor untersucht werden mussten. Glücklicherweise hielten sich aber die negativen Überraschungen bis jetzt im Rahmen. In den Untergeschossen wurden Fugen im Beton gefunden, die Asbest enthalten. Deren Entfernung lässt sich jedoch nach diversen Versuchen und Abklärungen mit der Suva nun relativ einfach umsetzten. Es war sehr wichtig, eine einfache Lösung zu finden, es gab nämlich 2 km dieser Fugen in den Untergeschossen…

Die Eternitplatten, die das Silo einkleiden, müssen sorgfältig demontiert werden, da sie asbesthaltig sind.

Dass die Eternitplatten, welche das Silo verkleiden, asbesthaltig sind, war von Beginn an klar. Die Platten werden im Moment sorgfältig demontiert, auf Paletten gestapelt und fachgerecht entsorgt. Dafür musste das Silo extra eingerüstet werden. Das Gerüst wird danach wieder abgebaut, um den grossen Abbruchmaschinen Platz zu machen.

Abbrucharbeiten

Im 1. Obergeschoss sind die meisten Innenwände schon entfernt.

Während von aussen noch nicht viel zu sehen ist, wurde das Gebäude im Innern schon ziemlich leergeräumt. Fast alle Trennwände und Einbauten sind schon weg. Für das Wegbringen des Materials konnte sich der bestehende Warenlift ein letztes Mal nützlich machen. Der Warenlift und die grosse Lieferrampe vor dem Haus erleichtern die Logistik natürlich ungemein.

Im Erdgeschoss werden die Wände in Richtung des zukünftigen Innenhofs entfernt.

Im Moment beginnt der Rückbau der Fassade im Erdgeschoss, in den nächsten Tagen folgt der hofseitige Anbau mit dem ehemaligen Stadtbachkanal. Bis jetzt wurden nur Bauteile entfernt, die statisch keine Rolle spielen. Bevor das Silo und die Treppenhauskerne entfernt werden können, muss das Gebäude ausgesteift werden. In den Untergeschossen werden ab nächster Woche erste definitive Wände betoniert und die Obergeschosse werden mit Baumstämmen abgestützt. Mitte November wird einer der grössten Bagger der Schweiz angeliefert, um das Silo abzubrechen. Wir werden hier sicher davon berichten.

Kran #1 ist aufgestellt

Letzten Donnerstag wurde der erste Kran an der Güterstrasse aufgestellt. Die Montage dauerte einen ganzen Tag lang, bis in den Abend hinein. Bereits zuvor wurde für den Kran ein eigenes Fundament betoniert. Nun ist von weitem erkennbar, dass es mit der Baustelle los geht!

Obwohl der Kran gross wirkt, reicht er nicht aus. Ein zweiter Kran wird etwas später auf der Hofseite im Bereich vor dem Silo aufgestellt.

Update Vorher/Nachher-Serie: Hier muss ich mit neuen Beiträgen zuwarten, bis wir über ein aktualisiertes 3D-Modell verfügen, indem auch die Farben und Materialisierungen der Oberflächen besser mit dem Bauprojekt übereinstimmen. Sobald wir dieses bekommen, werde ich die nächsten Beiträge veröffentlichen können.

Vorbereitungen und Schadstoffsanierung

Vor dem Silo erhöht die Abbruchfirma das Terrain, damit ihre Maschinen das obere Ende des Silos erreichen können.

Aktuelles von der Baustelle

Vor gut drei Wochen haben die Arbeiten an der Güterstrasse 8 begonnen, noch sieht man keine grossen Veränderungen. Bevor es dann richtig losgeht mit dem Abbruch müssen verschiedene Vorbereitungsarbeiten gemacht werden:

Wasser und Strom für die Baustelle

Die Stromversorgung der Baustelle ist keine Kleinigkeit…

Als Vorbereitung der Abbrucharbeiten mussten Wasser und Strom im Gebäude ausgeschaltet und sämtliche Wasser- und Heizungsleitungen entleert werden. Für die Strom- und Wasserversorgung der Baustelle wurden Provisorien errichtet. Eine provisorische Stromversorgung in einem so grossen Gebäude ist natürlich ziemlich aufwändig. Im Treppenhaus und den Kellergeschossen musste zusätzlich auch noch eine provisorische Beleuchtung installiert werden und der grosse Warenlift wurde ebenfalls wieder in Betrieb genommen.

Schadstoffsanierung

Eine Schleuse mit vier Kammern und Dusche trennt den Bereich im EG in welchem asbesthaltige Böden entfernt werden müssen von der Aussenwelt.
Orange Tags: Bauarbeiter warnen vor Asbest
Alle anderen Farben: Sprayer markieren ihr Revier

In den Sechzigerjahren, als die Güterstrasse 8 gebaut wurde, wurde die Wunderfaser Asbest in allen möglichen Baustoffen verwendet. Mittlerweile ist bekannt das Asbestfasern für schwere Krankheiten verantwortlich sind. Solange die asbesthaltigen Bauteile nicht verändert wurden ging keine Gefahr von ihnen aus, für den Abbruch müssen sie nun aber unter grossen Sicherheitsmassnahmen entfernt werden. Asbest findet sich in unserem Haus in kleinen Bereichen in Bodenbelägen, Isolationen, Sicherungskästen, Abdichtungsfugen und im Fliessenkleber. Neben Asbest gibt es auch einige Bauteile welche mit Schwermetall und anderen Schadstoffen belastet sind. Wenn die Sanierung abgeschlossen ist haben wir ein „sauberes“ Gebäude für einen sicheren Umbau und eine Grundlage für ein gesundes Wohnklima in Zukunft.