«Es kommt mit der Zeit», Kunst & Warmbächli Teil 1

von Rebecka Domig (Text), Jürg Curschellas (Fotos), AG Kunst & Bau

Was macht dieses Quartier aus, in dem wir bauen? Wie wird es sich in den kommenden Jahren verändern? Welche Rolle spielt dabei die Genossenschaft Warmbächli? Diese und weitere Fragen haben wir den Künstlern Michael Meier & Christoph Franz gestellt, als wir sie eingeladen haben, in diesem Baujahr ein temporäres Kunstprojekt im Austausch mit dem Warmbächli zu realisieren.

Skizze Holztrocknung, Lagerung. Courtesy Michael Meier & Christoph Franz

Die beiden haben ein Projekt vorgeschlagen, das aus Material der Baustelle heraus entsteht. Aus den Baumstämmen, die bis vor kurzem noch als Deckenabstützungen auf der Baustelle dienten, werden Michael Meier & Christoph Franz nun Türen für das Quartier bauen. Dazu werden in einem öffentlichen, temporär errichteten Sägewerk auf der Brache die Baumstämme in Bretter gesägt. Mit Schreiner*innen aus Holligen entstehen im Anschluss dann 1:1 Kopien von bestehenden Haustüren im Quartier. Diese Türen möchten die Künstler austauschen. Dafür müssen sich die angefragten Hauseigentümer*innen bereit erklären, ihre alte Haustür gegen eine neue «Warmbächli»-Haustür zu tauschen. In einer möglichen Fortsetzung werden die alten Türen in das Gebäude der Genossenschaft Warmbächli integriert. So erhält der Tausch eine weitere Dimension und der Bezug zum Quartier und seiner Geschichte wird vertieft.

In einem ersten praktischen Schritt machten sich die Künstler auf der Baustelle daran, passende Baumstämme auszusuchen. Gross und dick genug sollten die Baumstämme sein. Fündig wurden sie in den unteren Geschossen der Baustelle, wo die Bäume als temporäre Deckenabstützungen dienten, um das Gewicht der Bestandsgeschosse zu stützen, bis neue tragende Wandelemente aufgezogen wurden.

Das Sägen soll öffentlich stattfinden! Wer es nicht verpassen will, schreibt am Besten eine E-Mail an die AG KuBa, um auf dem Laufenden zu bleiben. Über den Fortschritt des Projekts werden wir an dieser Stelle berichten.

Möglich wurde diese Kollaboration durch die Stadt Bern, dessen Projekt Kunstplätze dieses Jahr im Stadtteil III zu Gast ist, zu dem auch das Quartier Holligen gehört. Das gesamte Programm ist hier einsehbar.